Der Dezember des Dekans
Buchrezension
Der Roman «Der Dezember des Dekans» von Saul Bellow ist ein tiefgründiges und vielschichtiges Werk, das den Leser in Überlegungen über die menschliche Natur, kulturelle Unterschiede und existenzielle Fragen eintauchen lässt. Der Protagonist, Albert Corde, Dekan einer amerikanischen Universität, befindet sich in der kalten und düsteren Atmosphäre Bukarests, wo er seine Frau begleitet, die sich um ihre sterbende Mutter kümmert. Dieser Kontrast zwischen Westen und Osten, zwischen Leben und Tod, bildet den Hintergrund für die philosophischen Überlegungen des Helden. Bellow nutzt die Sprache meisterhaft, um die inneren Erlebnisse Cordes, seine Zweifel und die Suche nach Sinn in einer Welt, die immer chaotischer und unvorhersehbarer erscheint, zu vermitteln. Kritiker bemerken, dass der Roman, obwohl er von intellektuellen Diskussionen durchdrungen ist, seine emotionale Tiefe und Menschlichkeit nicht verliert. Bellow gelingt es, eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich der Leser als Teilnehmer komplexer moralischer und ethischer Dilemmata fühlt, die die moderne Gesellschaft betreffen. «Der Dezember des Dekans» ist ein Werk, das zum Nachdenken darüber anregt, was es bedeutet, Mensch zu sein in einer Welt voller Widersprüche und Ungewissheit.
